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Golftechnik - Der Punch

Clubfitting - Einfluss der Farben

Golftechnik - Winkeln

Die Frage zu welchem Zeitpunkt im Schwung die Handgelenke angewinkelt werden sollen, hat sich wohl jeder Leistungsgolfer bereits
gestellt. Ein Winkeln im Schwung ist notwendig um den zweiten Hebel auszunutzen (1. Hebel: Schläger Hand, 2. Hebel: Schultern, Arme) und dadurch eine hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erreichen. Nach Wiren haben vor 100 Jahren die Spieler die Handgelenke erst eingesetzt, als die Hände auf Höhe des Schlägerkopfes waren. Danach kam in den ’30er und ’40er Jahren der One-piece Takeaway in Mode, bei welchem die Handgelenke früher gewinkelt wurde und zwar bereits dann, wenn die Hände die Höhe vom rechten Knie bzw. rechter Hüfte erreicht haben.
30 Jahre danach hat man wieder später gewinkelt; hier ist Jack Nicklaus als bekanntester Vertreter dieses Schwungstils zu nennen. Als Vorteil wird der größere Schwungradius angesehen. Der Nachteil besteht darin, dass man für den Schläger und die Lage des Schlägerkopfes im Raum jede Menge Gefühl braucht. Auch behauptet Wiren, dass durch ein spätes Winkeln beim Durchschnittsgolfer Timingprobleme entstehen könnten.
Oft ist zu beobachten, dass der Schaft bereits einen 90° Winkel bildet, wenn der linke Arm im Aufschwung parallel zum Boden ist. Dieser Stil von Faldo und Ballesteros entspricht der Lehrmethodik von Leadbetter. Als Alternative, die sich aber bisher nicht durchgesetzt hat, spricht Wiren davon, die Handgelenke bereits vor Beginn der Rückschwungsaktion anzuwinkeln und bezeichnet dies als Kombination von one-piece und precocking. Es gibt durchaus Vertreter die überzeugt sind, dass frühes Winkeln den gesamten Rückschwung erleichtert.
Spätes und frühes Anwinkeln ist ein durchaus relativer Begriff und wie durch Letzelter bestätigt wurde wird nicht leistungsrelevant.
Biomechanisch gibt es keine sinnvolle Begründung für frühes oder spätes Winkeln.
Viel wichtiger dagegen ist der Handgelenkswinkel der sich im Abschwung bildet und für dessen entstehen die Handgelenke im Aufschwung irgendwann angewinkelt werden sollten. Dadurch wird ein Hebelsystem genutzt und der Schläger im richtigen Zeitpunkt im Abschwung entwinkelt. Die Impulsübertragung entscheidet dann über das gelingen des Schlages.
Zu Beginn des Abschwungs (der Hauptphase) bildet sich ein Handgelenkswinkel von bis zu 130° Grad. Ein solches Überstrecken der
Unterarmmuskulatur führt irgendwann zu einem Streckreflex des Ulnarflexor (im Unterarm), der sich durch eine sehr hohe
Kontraktionsgeschwindigkeit auszeichnet. Geschieht dies relativ spät und mit großem Winkel, so spricht man vom Late Hit, oder späten Schlagen.

„Der Late Hit ist ein prägnantes Unterscheidungskriterium zwischen Amateuren und Berufsgolfern. So wie nahezu kein
Anfänger in seinem Schwungablauf den Ball spät trifft, so wird man kaum Pros finden, die den Ball nicht spät treffen.“
(Wolters)

Gute Spieler verzögern demzufolge die Schlägerfreigabe, was eine günstige Impulsübertragung zur Folge hat. Das Bestreben den Ball
hart zu schlagen, führt bei Amateuren zu einem geblockten Durchschwung und zum schnellen Einsatz der rechten Hand. Dies
ist ein Verstoß gegen das Prinzip der optimalen Tendenz im Beschleunigungsverlauf (Letztelter) und zu Distanzverlust.
Beobachtet man die Bewegung von Davis Love, so vergrößert sich der Winkel in den Handgelenken zu Beginn des Abschwungs von
90° auf bis zu 130° beim Drive und muss daher in nur wenig Zeit diesen Winkelweg explosionsartig lösen, was zu seinen langen
Drives führt.
Abschließend lässt sich sagen, dass der korrekte Late Hit so spät wie möglich, aber auch so früh wie nötig beginnt. Die Entwinklung
ist eine Frage des Timings und abhängig von der Schlagkraft des Golfers.

Patric Kuck – Quellen: Letzelter, Golftechniken Wieso, Weshalb, Warum