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Ernährung - am Wettkampftag

Golftechnik - Der Schlag aus dem Rough


Eine kleine Anekdote zu Beginn: Während der British Open in Carnoustie 1998 die ich als
Zuschauer live vor Ort verfolgte, beschwerten sich die Spieler bei der Spielleitung
geschlossen über die Höhe und Dichte des Roughs mit der Begründung der Unspielbarkeit
und der Gefahr sich die Unterarme brechen zu können. Darauf antwortete die Spielleitung in
gewohnt britischer Höflichkeit, dass dies die British Open sei und die Spieler die Wahl hätten
nicht ins Rough hinein zu schlagen.
Wäre das Rough bei uns so hoch und dicht wie bei der British Open 1998 wäre dies eigentlich
gar nicht so schlimm, da bei uns für gewöhnlich ohne Zuschauer gespielt wird und niemand
den Ball finden würde. Trotzdem wäre der Spielfluss und die Spielfreude beeinträchtigt und
daher ist Rough im normalen Spielbetrieb so definiert, dass man zwar den Ball wiederfinden
sollte, jedoch als Strafe für den verzogenen Schlag eine erschwerte Lage vorfindet.
Das Allerwichtigste bevor ich überhaupt über die Technik schreiben möchte ist die
Schlägerwahl. Viele Golfer glauben, der Schlag aus dem Rough könnte mit nahezu jedem
Schläger gespielt werden. Duzende Rescue-Schläger wurden für diesen Zweck gekauft – ohne
Erfolg!
Allgemein gilt: Je schlechter die Balllage, umso höher muss der Loft des Schlägers sein. Ein
Spieler der konsequent das Sandeisen oder Pitchingwedge aus dem Rough benutzt, wird auf
die Dauer die wenigsten Probleme haben.
Im Fernsehen sehen die Golfer Tiger Woods, der aus einer vermeintlich schlechten Lage ein
Eisen 7 über ein Wasserhindernis einen Meter an die Fahne schlägt. Tiger spielt jedoch seit
seinem zweiten Lebensjahr Golf, trainiert zwischen 10 und 12 Stunden jeden Tag und erreicht
eine Schlägerkopfgeschwindigkeit von nahezu 200 Stundenkilometern, eine Tatsache die man
von den Hobbygolfern wohl eher nicht behaupten kann.
In besonders schlechten Lagen sollte man den Ball besser für unspielbar erklären! Der Spieler
hat dann unter Hinzurechnung von einem Strafschlag folgende Möglichkeiten:
- Zum letzten Spielpunkt zurück
- Zwei Schlägerlängen nicht näher zur Fahne
- In Verlängerung zur Fahne soweit zurück wie er will
Die Einflussfaktoren für einen gelungenen Schlag aus dem Rough sind primär eine hohe
Schlägerkopfgeschwindigkeit, ein steiler Eintreffwinkel und die Verhinderung der
Schlagflächenverdrehung im Treffmoment.
Griff: Der Spieler sollte seinen Griffdruck etwas erhöhen werden, da der Schlägerkopf sich
sobald sich Gras um ihn wickelt sehr leicht nach links verdreht. Rough ist immer stärker als
man selbst.
Ballposition: Um einen möglichst steilen Eintreffwinkel zu bekommen, der gewährleistet,
dass der Spieler wenig Gras vor dem Treffen des Balles mitnimmt, sollte die Ballposition
rechts der Mitte oder in Extremsituationen sogar auf dem rechten Fuß sein.
Körperhaltung und Stand: wie beim vollen Schlag mit dem Pitching Wedge. (normale
Körperwinkel,etc)
Ausrichtung: Der Stand kann leicht links des Ziels ausgerichtet sein, um den steilen
Eintreffwinkel noch zu verstärken, hierbei ist es jedoch wichtig, dass der Golfer beim Schlag
entlang seiner Füße schwingt.
Die Schlagfläche sollte in jedem Fall etwas rechts des Ziels zeigen, damit durch den erhöhten
Loft der Ball früh aus dem hohen Gras herausfliegt.
Ausholen: Ausholbewegung für einen vollen Schlag, früher winkeln.
Durchschwung: Der steile Eintreffwinkel und die hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit dürfen
in keinem Fall dadurch verloren werden, dass der Winkel zwischen linkem Unterarm und
Schlägershaft zu früh aufgelöst wird und somit der Schläger nicht direkt den Ball trifft,
sondern durch den Kontakt mit den langen Halmen des Roughs fast seine gesamte
Schlägerkopfgeschwindigkeit verliert.
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Autor: David Grasskamp